organisiert vom Georg-Speyer-Haus

Praktikum im Universitätsklinikum

In den Osterferien hatten wir, drei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12, die Chance, an einem viertägigen Praktikum in einem Forschungslabor teilzunehmen.

Wir waren in der Abteilung Hämatologie/Onkologie des Frankfurter Universitätsklinikums, wo aktuell an aggressiven Lymphomen geforscht wird.

Täglich von 9 bis 15 Uhr haben wir fachliche Anwendungen und Experimente kennengelernt und durchgeführt und nebenbei viel Hilfreiches für unsere Studien- und Berufsorientierung gelernt.

Den Wissenschaftler*innen über die Schulter zu schauen, Fragen zu stellen und einen kleinen Einblick in die aktuelle Forschung zu gewinnen, war sehr spannend. Wir konnten die Theorie aus dem Schulunterricht praktisch erleben und selbst in Aktion treten.

Am ersten Tag des Praktikums war das Erlernen neuer Fähigkeiten besonders wichtig. Wir wurden mit den grundlegenden Aufgaben im Labor vertraut gemacht und haben beispielsweise gelernt, wie man richtig pipettiert. Dies diente zur Vorbereitung der folgenden Experimente, für die viel Geschicklichkeit erforderlich war.

Besonders faszinierend war es, unsere eigenen Zellkulturen anzusetzen. Die Zellen, mit denen wir gearbeitet haben, gehörten zu einem Krebsstamm und wurden künstlich immortalisiert. Sie können sich dadurch unendlich oft teilen und eignen sich daher gut für Forschungszwecke. Die Zellen müssen regelmäßig gesplittet und gefüttert werden, sodass sie dauerhaft aktiv vorliegen und nicht kaputt gehen. Besonders herausfordernd ist dabei, steril zu arbeiten, damit die Zellen nicht von Bakterien o.ä. befallen werden.

Über die Praktikumstage hinweg haben wir eine Proteinbestimmung durchgeführt. Zunächst mussten die Zellen in ihre Bestandteile zerlegt und die Proteine isoliert werden. Mithilfe eines mehrschrittigen Verfahrens wurden die Proteine dann getrennt, sortiert, sichtbar gemacht und identifiziert. (Foto: Proteinbestimmung (sds-page))

Zwischendrin haben wir ein kleines Experiment gemacht, in dem wir mit ungewaschenen, gewaschenen und desinfizierten Händen jeweils einen Nährboden kontaminiert haben. Über Nacht lagerten die Petrischalen im Brutschrank und am nächsten Tag waren tatsächlich Bakterienkulturen sichtbar. Je sauberer die Hände, desto weniger Bakterien waren auf dem Nährboden gewachsen. (Foto: Experiment)

Das Labor als Arbeitsplatz ist sehr besonders und die Forschungsarbeit vielfältig. Neben der Laborarbeit gehört auch viel Büroarbeit dazu, da Ideen entwickelt, Projekte geplant, finanzielle Förderung angeworben sowie Ergebnisse ausgewertet und präsentiert werden müssen.

Das Praktikum war eine bereichernde und zukunftsweisende Erfahrung, wofür wir uns bei den Organisator*innen, unseren Lehrkräften und unseren engagierten Betreuer*innen bedanken möchten.

Auf den Fotos ist folgendes zu sehen:

  • Unser Wochenplan

  • Das Labor als Arbeitsplatz

  • Die Bakterien-Abdrücke von unseren Händen

  • Eine SDS-page, also Proteine auf einer Membran, rot eingefärbt.

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